ERNST-BLICKLE-PREIS 2023 geht an Prof. Dr. Hermann J. Stadtfeld

ERNST-BLICKLE-PREIS 2023 geht an Prof. Dr. Hermann J. Stadtfeld

Bruchsal, 17.05.2024: Für seine herausragenden Leistungen rund um die Erforschung und Anwendung von Kegelradtechnologien und zur Auslegung von Antriebssystemen wurde Prof. Dr. Hermann J. Stadtfeld, Vizepräsident bei Gleason Corporation in Rochester, New York, mit dem ERNST-BLICKLE-PREIS 2023 geehrt. Der alle zwei Jahre vergebene Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und damit eine der höchsten Auszeichnungen weltweit. In einem gemeinsamen Festakt erhielten zudem 17 ausgewählte Uni- und Hochschul-Absolvierende aus der DACH-Region für ihre exzellenten Diplom- und Masterarbeiten den jährlich anstehenden Studienpreis der SEW-EURODRIVE-Stiftung. Dieser ist jeweils mit 2.500 Euro dotiert.

 

Mit Prof. Hermann Stadtfeld würdigt die SEW-EURODRIVE-Stiftung des im badischen Bruchsal ansässigen und global agierenden Marktführers der Antriebs- und Automatisierungstechnik SEW-EURODRIVE einen Mann, der sich neben bahnbrechenden Entwicklungen in der Antriebstechnik auch zum Wohle der Gesellschaft verdient gemacht hat. Prof. Stadtfeld wurde 1951 in Manderscheid, einer rheinland-pfälzischen Kleinstadt in der Südeifel, geboren. Dort ist er aufgewachsen und hat in der damaligen Volksschule die ersten Jahre seiner Schulzeit verbracht. Seine berufliche Laufbahn begann er zunächst mit einer Lehre als Werkzeugmacher bei der Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF) am Standort Schwäbisch Gmünd. In der Abendschule holte er sein Abitur nach und studierte anschließend zunächst in Dortmund und später an der RWTH Aachen Maschinenbau.

In seiner Laudatio ließ Prof. Fritz Klocke, der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der SEW-EURODRIVE-Stiftung, den bemerkenswerten Werdegang, die Meilensteine der Forschungstätigkeit und der gesellschaftlichen Verdienste des Preisträgers Revue passieren. Bei mehr als 60 zum Patent angemeldeten Erfindungen sei es nicht leicht, das Gesamtwerk in einer einzigen Rede zu würdigen, gibt Prof. Klocke zu bedenken.

Die grundlegenden Erfindungen und Forschungsergebnisse von Prof. Stadtfeld haben die Herstellung von Kegel- und Stirnradgetrieben revolutioniert und finden dort bis heute täglich Anwendung – auch in den modernen Fertigungshallen der SEW-EURODRIVE. „Dank Prof. Stadtfeld haben heutige Kegelräder einen 5 bis 10 Prozent höheren Wirkungsgrad und eine etwa 30 Prozent höhere Leistungsdichte als vor 20 Jahren“, erklärte Prof. Klocke in seiner Lobrede und würdigte dabei nicht nur die Erfindungen an sich, sondern auch die Art und Weise, wie Prof. Stadtfeld die Welt der Antriebstechnik und die Gesellschaft davon profitieren lässt. Dank einer Vielzahl an Publikationen könnten die Fachwelt und die industriellen Unternehmen weltweit an seinen Ergebnissen teilhaben. Dabei gelinge ihm der schwierige Spagat, komplexes Fachwissen verständlich und anschaulich aufzubereiten. „Als leidenschaftlicher Hochschullehrer hat er viele junge Menschen für den Maschinenbau begeistert und sie auf ihrem Bildungsweg unterstützt und begleitet“, führte Prof. Klocke weiter aus und sprach dabei insbesondere auch die jungen Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die im Rahmen des Festakts ebenfalls ausgezeichnet wurden. 5 Hochschulabsolventinnen und 12 Hochschulabsolventen konnten für ihre herausragenden Studienleistungen und Abschlussarbeiten ihre mit jeweils 2.500 Euro dotierten Studienpreise der SEW-EURODRIVE-Stiftung entgegennehmen.

Dass Prof. Stadtfeld die Liebe zur Technik in die Wiege gelegt wurde und er schon früh seine Klassenkameraden mit Experimenten begeistert hat, erfahren die Gäste aus der Laudatio ebenso, wie dass er in der wertvollen Freizeit, die ihm bleibt, sein handwerkliches Geschick gerne beim Restaurieren von Oldtimern oder beim kreativen Herstellen von Holzobjekten einbringt.

„Ich wollte immer genau wissen, wie etwas funktioniert, wie die Zusammenhänge im Detail sind. Ich habe studiert, gelernt und geschwitzt, bis ich das Problem gelöst hatte, bis mir die Zusammenhänge glasklar waren“, soll Prof. Stadtfeld seine Liebe zur Grundlagenforschung und angewandten Wissenschaft gleichermaßen beschrieben haben. Dass er dabei alles andere als ein Eigenbrötler ist, wird spätestens mit einem weiteren seiner vielen Zitate klar: „Wer allein arbeitet, summiert sich, wer zusammenarbeitet, multipliziert sich!"

Prof. Stadtfeld zeigte sich in seiner Dankesrede nach Überreichung des Preises durch Jürgen Blickle, Vorstandsvorsitzender der SEW-EURODRIVE-Stiftung und geschäftsführender Gesellschafter der SEW-EURODRIVE, sehr geehrt über die Auszeichnung. Mit Blick auf die früheren Preisträger der SEW-EURODRIVE-Stiftung, zu denen die „Crème de la Crème der Verzahnungstechnologie der westlichen Welt“ gehöre, fühle er sich als nun 21. Träger des ERNST-BLICKLE-PREISES wie in die „Hall of Fame“ aufgenommen. Der Preisträger von 1997, der 2023 verstorbene Prof. Manfred Weck, sei sein Doktorvater gewesen und habe ihn sehr geprägt. Auch mit dem Preisträger von 2006, Prof. Bernd-Robert Höhn, gebe es eine persönliche Schnittstelle: Dessen Vater sei Volkschullehrer in Manderscheid, der früheren Heimat von Prof. Stadtfeld, gewesen.

 

Zur SEW-EURODRIVE-Stiftung

Die SEW-EURODRIVE-Stiftung wurde am 30. November 1989 von Edeltraut Blickle, der Mutter des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Blickle, zum Gedenken an ihren im Juli 1986 verstorbenen Ehemann Ernst Blickle ins Leben gerufen. Mit dem ERNST-BLICKLE-PREIS ehrt die Stiftung alle zwei Jahre eine Persönlichkeit in Forschung und Unternehmen für ihre wissenschaftliche Leistung und ihr unternehmerisches Engagement zum Fortschritt und zum Wohle der Gesellschaft. Die SEW-EURODRIVE-Stiftung sieht sich dabei als Mittler zwischen freier Forschung, ökonomischer Effektivität und sozial-ökologischer Verantwortung.
 

Zu SEW-EURODRIVE

SEW-EURODRIVE ist ein global agierender und auf dem Markt führender Spezialist für Antriebs- und Automatisierungstechnik. Das 1931 gegründete Unternehmen hat sein Headquarter im süddeutschen Bruchsal und ist mit 22.000 Mitarbeitenden in 56 Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten.

In den USA, der Wahlheimat des diesjährigen ERNST-BLICKLE-Preisträgers Prof. Hermann Stadtfeld, befindet sich die viertgrößte ausländische Niederlassung mit Sitz in Lyman, South Carolina. Rund 965 Mitarbeitende verteilen sich dort auf acht Standorte, zu denen auch eines der weltweit 17 Fertigungswerke gehört.

Dass SEW-EURODRIVE ein Familienunternehmen ist, zeigt sich hier auf besondere Weise. Inhaber Jürgen Blickle steuert als CEO gemeinsam mit dem COO Dr. Jörg Hermes und drei weiteren Geschäftsführern die Geschicke der gesamten Unternehmensgruppe. Die Tochtergesellschaft in den USA wird von seinem Sohn Christopher Blickle als Managing Director geleitet.

 

(Foto: Susanne Dürr)